Dieser Post hat nur indirekt mit Nachhaltigkeit zu tun, aber irgendwie auch wieder ganz direkt.
Ich bin gerade in San Francisco. Heute früh bin ich zu einem Coffeeshop gegangen, der veganen Kuchen haben sollte. Hatte er nicht. Dafür vegane Kekse und einen Soja-Latte. Das war lecker.
Ich setzte mich mit meiner (Keramik)Tasse an einen Tisch und packte meine Zeitung aus, denn ich wollte gemütlich und zeitunglesend frühstücken. Bevor ich jedoch loslegte, ließ ich meinen Blick über die anderen Tische und die an ihnen sitzenden Menschen gleiten und stellte fest, dass ich die Einzige war, die ihren Kaffee aus einem wiederverwend- da abwaschbaren Becher trank. Die anderen, die wohlgemerkt auch im Café sitzen blieben, um ihren Kaffee zu genießen, tranken ihn aus Einmalbechern.
Irgendwie fand ich das bezeichnend für Amerika. Bei meiner Arbeit ist es ähnlich. Im Mountain View-Büro gibt es natürlich zu den Mahlzeiten normales Geschirr. Trotzdem sehe ich 80% der Leute von Papptellern und mit Wegwerfbesteck essen... Klar, dann muss man das dreckige Geschirr nicht zur Abräumstation zurücktragen, schon schon, aber ... wie bitte?
Also das hatte jetzt ganz direkt mit Nachhaltigkeit zu tun. Was mich aber eigentlich beschäftigt hat, ist eine kleine Frau, die sich mit einem Kaffee an meinen Nebentisch setzte. Sie hatte eine sehr alt und aberanzt aussehende Plastiktasche dabei und sah selbst auch so aus, als hätte sie ein ziemlich hartes Leben. Jedenfalls war mein erster Gedanke, dass sie vermutlich obdachlos ist. Sie ist dann mehrmals aufgestanden, um sich an der Selbstbedienungsstation, wo immer Milch und Servietten und so stehen, den - da vermutlich faste leeren - Becher mit Milch zu füllen - das war ihr Frühstück.
Ich dachte, dass sie es bestimmt schwer hat und wie schlimm ich es generell in San Francisco finde, wie viele obdachlose, arme Menschen es gibt, und überlegte, ob ich ihr etwas zu essen kaufen könnte. Aber dann kam ich erst richtig ins Nachdenken: Wäre es nicht vielleicht unhöflich sogar, wenn ich annähme, sie sei obdachlos und ihr etwas zu essen spendieren würde? Wäre es eine Beleidigung für sie? Und dann musste ich auf einer höheren Ebene überlegen, wie blöd es doch eigentlich ist, dass man sich über sowas Gedanken macht - denn es verhindert ja dann das, was wirklich zählen würde, nämlich, dass jemand, der Hunger hat, sich aber nichts zu essen leisten kann, etwas bekommt.
Nachdem sie dreimal den Becher mit Milch gefüllt hatte, ging sie - nicht ohne noch einen Packen Servietten mitzunehmen wieder. So war das. Und ich saß weiter da, allein mit meinen Gedanken und fragte mich, was ich tun kann...
Ich bin gerade in San Francisco. Heute früh bin ich zu einem Coffeeshop gegangen, der veganen Kuchen haben sollte. Hatte er nicht. Dafür vegane Kekse und einen Soja-Latte. Das war lecker.
Ich setzte mich mit meiner (Keramik)Tasse an einen Tisch und packte meine Zeitung aus, denn ich wollte gemütlich und zeitunglesend frühstücken. Bevor ich jedoch loslegte, ließ ich meinen Blick über die anderen Tische und die an ihnen sitzenden Menschen gleiten und stellte fest, dass ich die Einzige war, die ihren Kaffee aus einem wiederverwend- da abwaschbaren Becher trank. Die anderen, die wohlgemerkt auch im Café sitzen blieben, um ihren Kaffee zu genießen, tranken ihn aus Einmalbechern.
Irgendwie fand ich das bezeichnend für Amerika. Bei meiner Arbeit ist es ähnlich. Im Mountain View-Büro gibt es natürlich zu den Mahlzeiten normales Geschirr. Trotzdem sehe ich 80% der Leute von Papptellern und mit Wegwerfbesteck essen... Klar, dann muss man das dreckige Geschirr nicht zur Abräumstation zurücktragen, schon schon, aber ... wie bitte?
Also das hatte jetzt ganz direkt mit Nachhaltigkeit zu tun. Was mich aber eigentlich beschäftigt hat, ist eine kleine Frau, die sich mit einem Kaffee an meinen Nebentisch setzte. Sie hatte eine sehr alt und aberanzt aussehende Plastiktasche dabei und sah selbst auch so aus, als hätte sie ein ziemlich hartes Leben. Jedenfalls war mein erster Gedanke, dass sie vermutlich obdachlos ist. Sie ist dann mehrmals aufgestanden, um sich an der Selbstbedienungsstation, wo immer Milch und Servietten und so stehen, den - da vermutlich faste leeren - Becher mit Milch zu füllen - das war ihr Frühstück.
Ich dachte, dass sie es bestimmt schwer hat und wie schlimm ich es generell in San Francisco finde, wie viele obdachlose, arme Menschen es gibt, und überlegte, ob ich ihr etwas zu essen kaufen könnte. Aber dann kam ich erst richtig ins Nachdenken: Wäre es nicht vielleicht unhöflich sogar, wenn ich annähme, sie sei obdachlos und ihr etwas zu essen spendieren würde? Wäre es eine Beleidigung für sie? Und dann musste ich auf einer höheren Ebene überlegen, wie blöd es doch eigentlich ist, dass man sich über sowas Gedanken macht - denn es verhindert ja dann das, was wirklich zählen würde, nämlich, dass jemand, der Hunger hat, sich aber nichts zu essen leisten kann, etwas bekommt.
Nachdem sie dreimal den Becher mit Milch gefüllt hatte, ging sie - nicht ohne noch einen Packen Servietten mitzunehmen wieder. So war das. Und ich saß weiter da, allein mit meinen Gedanken und fragte mich, was ich tun kann...